Corona-Forschung: Auswirkungen der Pandemie auf die Situation von Menschen mit Behinderungen

Corona-Forschung: Auswirkungen der Pandemie auf die Situation von Menschen mit Behinderungen

28.04.2021

Suttneruni erhält Forschungsmittel aus dem Wissenschaftsfonds FWF für das Projekt „Vulnerabilitäten in Krisenzeiten neu denken“. Projektnummer (P 34641-G)

 

Wie läuft Inklusion in Zeiten von Corona?

Die COVID-19-Pandemie stellt eine komplexe Herausforderung für die gesamte Gesellschaft dar. Studien zeigen aber auch, dass in Zeiten der Pandemie wesentliche Schritte in Richtung Teilhabe und Inklusion gefährdet sind. Dr. Oliver Koenig, Professor für Inklusive Pädagogik und Transformatives Inklusionsmanagement an der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten, nimmt unter dem Forschungstitel „Vulnerabilitäten in Krisenzeiten neu denken“ gemeinsam mit Michelle Proyer vom Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien die längerfristigen Auswirkungen auf die Bildungs-, Lebens- und Unterstützungssituation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen in den Fokus. Im bisherigen Diskurs blieben die Blickwinkel dieser Menschen nahezu unbeachtet. Mechanismen, die soziale Benachteiligung und Diskriminierung bedingen, wurden bis dato nicht klar erfasst und in geeigneter Form bearbeitet.

 

Forschungskooperation mit Universität Wien

Der Wissenschaftsfonds FWF ermöglicht es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Disziplinen, Corona-Forschung auf höchstem Qualitätslevel zu intensivieren. Aufbauend auf ihren Ergebnissen können Politik und Gesellschaft Antworten auf die aktuelle Krise, aber auch für künftige Herausforderungen finden. Die nächsten drei Jahre wird Koenig in Zusammenarbeit mit der Universität Wien dafür aufwenden, um qualitative Daten zu sammeln und die bisherigen Entwicklungen der Pandemie nachzuzeichnen. Die Belastungen aus Sicht der Betroffenen sollen damit nachvollziehbar gemacht werden. „In Zusammenarbeit mit Organisationen und Akteurinnen und Akteuren aus dem Bereich der Zivilgesellschaft, Menschenrechte und öffentlichen Verwaltung sowie internationalen Expertinnen und Experten soll ein Prototyp für ein Modell eines inklusiven Krisenmonitorings entstehen, um Nachwirkungen und zukünftige Herausforderungen durch Krisen nachhaltig und gleichberechtigt bewältigen zu können“, bringt es Koenig auf den Punkt.

 

Bachelorstudiengang Inklusive Pädagogik

Als international anerkannter Leitbegriff steht Inklusion für einen an den Menschenrechten orientierten Umgang mit Vielfalt. Der neue berufsbegleitende Studiengang Inklusive Pädagogik an der Bertha von Suttner Privatuniversität eröffnet innovative Wege in einem breiten Tätigkeitsspektrum. Start ist im Wintersemester 2021/2022 (vorbehaltlich Akkreditierung). Mit Blick auf die Befähigung zur inklusiven Arbeit in außerschulischen Praxisfeldern ist der Studiengang der erste und einzige in Österreich.
 

Masterstudiengang Transformatives Inklusionsmanagement

Als interdisziplinäre Ausbildung verbindet das berufsbegleitende Studium Transformatives Inklusionsmanagement Elemente aus den Bereichen sozialwissenschaftlicher Inklusionsforschung sowie des Sozialmanagements und ist in dieser Zusammenstellung einzigartig im deutschsprachigen Raum. Start ist im Wintersemester 2021/2022. „Studierende lernen, Menschen in für sie bedeutsamen Lebenswelten zu begleiten, Barrieren zu identifizieren, zwischen Menschen und Gruppen mit unterschiedlichen Interessen zu vermitteln. Sie sollen sich für und mit Menschen, denen Ausgrenzung droht, für gesellschaftlichen Wandel einsetzen und gemeinschaftlich Systeme weiterentwickeln“, skizziert Oliver Koenig die Ausbildungsschwerpunkte.

 

Interessierte können sich online auf suttneruni.at oder bei den Online-Infoterminen am 11. und 19. Mai 2021 ab 17 Uhr über das berufsbegleitende Studien- und Weiterbildungsangebot informieren.
 

 

Im Rahmen der vom FWF im März des Vorjahres initiierten "SARS-CoV-2-Akutförderung" haben bisher 205 Forscher Förderanträge mit einem Volumen von 68 Mio. Euro eingereicht. Davon konnten bisher 23 Projekte bewilligt werden. Dieses Fast-Track-Verfahren für Forschungsarbeiten, die sich mit SARS-CoV-2 beschäftigen, läuft mit Ende März aus, Anträge zu diesem Themenkomplex werden künftig im Rahmen des üblichen FWF-Portfolios behandelt.