Mit Werten wirtschaften.

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Mit Werten wirtschaften.

Rund um den Globus finden wir unterschiedliche Weltanschauungen, Kulturen, Religionen und Strömungen, die das Wirtschaften einer Region oder Gesellschaft massiv beeinflussen. „Andere Länder, andere Sitten“, wie ein Sprichwort treffend sagt. Unternehmen und Führungskräfte sind immer öfter gefordert, ihr wirtschaftliches Handeln einzubetten in ein bewusstes Verständnis unterschiedlicher Welt- und Menschenbilder, Kulturen und Gesellschaften sowie den Bedürfnissen von Natur und Leben auf diesem Planeten.

 

Welche Möglichkeiten bieten sich also, die Art ihres Wirtschaftens zu überdenken?

Welche Anschauungen, Haltungen, Ideale und Werte liegen dem zugrunde? Soll – und wie kann die Wirtschaft unsere Gesellschaft stärker in soziale, inklusive, ökologische und gemeinsinnige Bahnen lenken? Was sind die Werte hinter dem Wirtschaften? Wie Menschen in Unternehmen ihre Weltsicht erweitern und bewusst verändern können, um daraus unternehmerische Weitsicht zu gewinnen, diese Skills und Kompetenzen, lehrt der Masterlehrgang „Weltanschauliches Wirtschaften“.

An herkömmlichen Wirtschaftsuniversitäten werden zumeist die klassischen Grundlagen für Betriebs- oder Volkswirtschaft gelehrt. Welche Ethiken liegen hinter diesem klassischen Ansatz? Wie ist er entstanden, durch welche Philosophien und Ideale wurde er geprägt? Wie sehen im Vergleich dazu komplementäre, alternative, heterodoxe Formen des Wirtschaftens aus? Nach der Finanzkrise 2009 und mitten in der Coronakrise 2020 wird der Ruf nach ganzheitlichen und inklusiven Führungsansätzen zunehmend lauter, die das Wirtschaften mit sinnvollen, zukunftstauglichen Werten wiederverbinden. Solche gesellschaftlichen Veränderungen lassen kooperative Teamarbeit, intentionale Gemeinschaften und inklusive Organisationen entstehen – und damit eine Vielzahl neuer Wirtschaftsmodelle in gelebter Praxis.

 

Studiengangsentwickler Dr. Alfred Strigl informiert über Studieninhalte, die Einzigartigkeit des Studiums im deutschsprachigen Raum und die bewusste Verzahnung von Theorie und Praxis.

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Ethisch begründetes Wirtschaften

Es gibt unterschiedliche Ansichten und Ansätze, wie gutes, ethisch begründetes und nachhaltiges Wirtschaften – das dauerhafte Bereitstellen von Waren und Dienstleistungen für die Versorgung der Gesellschaft – aussehen und ablaufen soll. Wirtschaften, und damit Unternehmensführung, basiert immer auf Werten, Haltungen, Ideen und Idealen. Jeder Art des Wirtschaftens liegt ein gesellschaftlich-zivilisatorischer und philosophisch-ethischer Entwurf zugrunde. Ein gestiegenes Bewusstsein darüber, dass Fragen der Ethik und des Wirtschaftens unmittelbar zusammengehören, führt in den letzten Jahren vermehrt dazu, dass Sinnfragen und Werthaltungen in den Diskurs nach der rechten Art des Wirtschaftens Einzug halten.

 

Jenseits reiner Profitmaximierung

Jede Wirtschaftsform hat seine eigene Geschichte, Ideale und Werte. Es gibt Prinzipien in Weltanschauungen, die dem klassisch europäischen, dem klassisch westlichen Wirtschaften seltsam erscheinen mögen. In vielen Weltanschauungen und Strömungen finden sich Aspekte für ein Wirtschaften, das nicht alleine der Profitmaximierung, also dem Finanzkapital dient. Hier wird auch anderen Kapitalarten wie Humankapital (Gesundheit und Bildung), Sozialkapital (Beziehungen und Solidarität), Naturkapital (ökologische Nachhaltigkeit), Ideenkapital (Freude und Kreativität) etc. gleichberechtigter Stellenwert eingeräumt. So plädieren Philosophien und Religionen für Ganzheitlichkeit, Achtsamkeit, Solidarität, Bewusstheit und Nachhaltigkeit. Doch wie können diese Anforderungen ins klassische Wirtschaften integriert werden?

 

Ganzheitliche Integration und bewusste Inklusion

Der Masterlehrgang befasst sich mit der offenen und modernen Vermittlung von Wirtschaft- und Führungsansätzen, die in unterschiedlichen Hinsichten von Werthaltungen und Weltanschauungen geprägt sind. Regionale, ideologische, religiöse, naturwissenschaftliche, feministische, humanistische und weitere Erfahrungs- und Erkenntnisräume bestimmen die Inhalte des Studiums. Die Auseinandersetzung mit ethischen und philosophischen Fragestellungen ebenso wie die Vermittlung unterschiedlicher Versuche zur Verbindung der „Welt der Werte“ mit der „Welt des Wirtschaftens“ prägen Curriculum und Didaktik. Überbrückungen und Spannungen zwischen wertbezogenen und wirtschaftlichen Zielen werden thematisiert und im Lichte des Anspruchs einer Entwicklung nach ganzheitlicher Integration und bewusster Inklusion analysiert. 

 

Perspektivenwechsel in der Wirtschaft

Wirtschaften kann feministisch beeinflusst sein, humanistisch, religiös, naturwissenschaftlich oder anthroposophisch, also auf ein Gemeinwohl abzielen. Die Ansätze all dieser Strömungen zeigen in eine gute Richtung. Die Suche nach der richtigen Balance, nach Synthesemodellen zwischen konventionellem Wirtschaften in Kombination mit sinnstiftendem Wirtschaften ist Thema des Masterlehrgangs. Das ist aktueller denn je. Im asiatischen, im buddhistischen Wirtschaften, ist eine der Hauptmaxime jene: Mehre den Mehrwert deines Umfeldes, inklusive den Mehrwert deines Mitbewerbers. Buddhistisches Wirtschaften, auch als buddhistische Ökonomie bezeichnet, ist ein spiritueller Ansatz für die Wirtschaft. Und wie jede der großen Weltreligionen, so trifft auch der Buddhismus Aussagen zum wirtschaftlichen Handeln der Menschen, die sich aus seinen ethischen Lehren ergeben. „Islamic Banking“ wiederum zeichnet sich durch die Transparenz bei der Produktgestaltung aus, verlangt keine Zinsen und stellt nur die Dienstleistung des Verleihens an sich in den Vordergrund, wofür auch bezahlt wird.

 

Weltanschauliche Reflexion ist zeitgemäße Führungskompetenz

Werte- und Sinnfragen sind in Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften ebenso wie in Kunst, Medizin und Psychotherapie angekommen. Doch bisher werden in herkömmlichen Wirtschaftsstudien ganzheitliche Werte und umfassende Sinnbezüge kaum hergestellt. Das liegt zum einen an den vielschichtigen und schwer operationalisierbaren Begriffen wie Sinn, Werte und Ideale. Ein anderer Grund hierfür mag sein, dass Weltanschauungen im Wirtschaftsleben tendenziell ausgeklammert und tabuisiert werden, denn Weltanschauungen sind verbunden und beeinflusst von Ideen, Religionen, Philosophien und Spiritualität. Doch die gegenwärtigen Krisen drängen zu einer verstärkten weltanschaulichen Reflexion.

 

Wer nach mehr Perspektiven sucht, nach mehr Charakter und Leidenschaft in seinem Handeln und Wirtschaften, für den ist der Masterlehrgang Weltanschauliches Wirtschaften das Richtige. Das Masterstudium will dazu anregen, individuell als auch organisational der Frage nachzugehen, wie Werte und Weltsicht in Wirtschaftsleben und Führungsalltag hilfreich und dienlich werden. Durch ausgewählte Falldarstellungen und Ergebnisse empirischer Forschungen verdeutlicht die Ausbildung, wie Weltbilder und Werthaltungen die Führungsgrundsätze, die Personal- und Organisationsentwicklung beeinflussen. Im Wintersemester 2020 startet im Department Wirtschaft an der Bertha von Suttner Privatuni in St. Pölten dieser berufsbegleitende Masterlehrgang. Die Suttneruni reagiert damit auf den gesellschaftlichen Innovationsbedarf und erweitert mit diesem Angebot die Professionalisierung im Bereich Wirtschaft um einen wichtigen Baustein. Weltanschauliches Wirtschaften richtet sich an Interessierte, die einen tieferen Sinn in ihrem Arbeiten finden wollen und eigene Visionen verwirklichen möchten.

 

Einzigartiges Lehrangebot im deutschsprachigen Raum
Der neue Masterlehrgang Weltanschauliches Wirtschaften wurde gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Nachhaltige Entwicklung (ÖIN) konzipiert und ist in Bezug auf die inhaltliche Ausrichtung einzigartig im deutschsprachigen Raum. Der viersemestrige Lehrgang richtet sich vorrangig an Interessierte, „die tiefere Zugänge, mehr Sinn und Nachhaltigkeit im Wirtschaftlichen suchen, kennenlernen und real erfahren wollen. Im berufsbegleitenden Masterlehrgang soll eine Ausbildung mit Geist und Herz gefunden werden, die dem Leben und Wirtschaften sowohl tiefere Verantwortung als auch höhere Handlungsfähigkeit gibt“, betont Dr. Alfred Strigl, Direktor vom ÖIN.
Das Studienangebot der Bertha von Suttner Privatuniversität ist durch die Studienorganisation auf die Bedürfnisse von Berufstätigen abgestimmt. Die Studierenden erwartet ein berufsbegleitendes, transdisziplinäres Studium mit insgesamt 11 Präsenzmodulen, die von verschiedenen Expert*innen abgehalten werden. Präsenzphasen werden durch selbstständige E-Learning-Phasen ergänzt. 30 Studienplätze stehen bereit. Die Lehrveranstaltungen finden überwiegend in geblockter Form an Wochenenden statt. So können die Teilnehmer*innen ihr Studium in nur vier Semestern mit dem Master of Arts abschließen.

 

 

Portrait Dr. Alfred Strigl
Dr. Alfred Strigl, Direktor des ÖIN
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